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Geschichte 2017-08-03T15:49:58+00:00

DIE GESCHICHTE VON SCHLOSS BEUGGEN – 770 JAHRE

Die Ursprünge von Beuggen liegen im Dunkeln, jedoch lebte in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts auf der Burg Buckein ein Ritter Mangold.

Im Jahr 1246 fand die Gründung von Beuggen und somit auch der Baubeginn der Burg am Rhein statt
1268 wurde das Schloss fertiggestellt. Über 200 Jahre war Beuggen Sitz des Landkomturs und verhältnismäßig reich. Mit dem Tod von Buckard von Schellenberg endete diese Zeit und somit wurde der Sitz des Landkomturs nach Altshausen im Saulgau verlegt. Während der Bauernkriege im Mai 1525 wurde das Schloss verwüstet und geplündert. In dieser Zeit flieht der Komtur von Reischach und hinterließ das Schloss seinem Schicksal. Etliche Gebäude wurden dadurch stark beschädigt. Der neue Komtur Georg von Andlau verstärkte daraufhin die Befestigungsanlagen, erweiterte und vertiefte die Burggraben und errichtete eine zweite Ringmauer mit fünf Rundtürmen. Die alten Tore wurden zugemauert und daneben neue mit größeren Durchgängen gebaut. Dies erkennt man heute noch an dem Eingangstor in Richtung des Bahnhofes. Durch die Umwandlung des klösterlichen Konvents in einen fürstlichen Herrensitz im Jahr 1585 – 1598 erfolgt der Bau des neuen Schlosses.

Während des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1618 – 1648 wurde das Schloss immer wieder eingenommen und ausgeraubt. Mit schweren Beschädigungen übersteht es den Dreißigjährigen Krieg. Es wurde abwechselnd von den Schweden, Kaiserlichen und Franzosen zum Hauptquartier ernannt.

Zwischen den Jahren 1752 – 1757 wurde das Schloss Beuggen komplett renoviert
Die Umgestaltung nahm Johann Caspar Bagnato in die Hand. 1806 ging das Schloss dann an das Großherzogtum Baden über. Die Schlosskirche und die ehemalige Firmarie gehen in den Besitz der katholischen Pfarrgemeinde Karsau über. Nach 1806 ist das neu entstandene Großherzogtum Baden Besitzer des Schlosses und aller Güter des Ordens.
Der gesamte Hausrat wird mit dem wertvollen Silbergeschirr und den Schätzen der Bibliothek versteigert und verschwindet somit aus dem Schloss. Die Güter wurden verpachtet und das Ritterhaus verödet.

Im Jahr 1814 (während der napoleonischen Kriege) wird das Schloss zum Feldlazarett erklärt
In kurzer Zeit bringt man alle Verwundeten und Kranken ins Schloss. Typhus, Pocken und andere Seuchen brechen aus. Durch die mangelnde Versorgung der Kranken starben zwischen 1814 und 1815 in Beuggen 3000 Österreichische und 300 deutsche Soldaten.

Im Jahr 1819 erfolgt eine Besichtigung der Anlagen durch Christian Heinrich Zeller und einen bedeutenden Pädagogen namens Christian Heinrich Splitter. Deren Ziel war es, für die vielen armen, verwahrlosten Kinder eine Anstalt zu gründen, um von dort junge Lehrer zu den Kindern und Gemeinden ringsherum auszusenden.
Obwohl das Gebäude in Beuggen nicht gereinigt und weitgehend geplündert wurde, erbittet man vom Großherzog in Karlsruhe die Verpachtung. Bis zur Auflösung im Jahr 1980 wird das Kinderheim durch alle großen und kleinen Katastrophen des 19. und 20. Jahrhundert geführt. Otto Kollmar und Dieter Katz waren bis 1980 die letzten Leiter des Kinderheimes.

1983 übernimmt die evangelische Landeskirche in Baden Schloss Beuggen, im Anschluss wird 1985 der Verein „Evangelische Tagungs- und Begegnungsstätte“ gegründet.
1985 wird die Tagungs- und Begegnungsstätte Schloss Beuggen eröffnet und umfangreiche Umbaumaßnahmen wurden in Angriff genommen. 1989 ist die erste Umbaumaßnahme abgeschlossen.
Im Jahr 1996 erfolgt die Übernahme der Schlosskirche durch die Badische Landeskirche. Im Rahmen der Tagungsstätte bietet Beuggen den Rahmen für vielfältige Veranstaltungen wie zum Beispiel hauseigene Tagungen und besondere Gottesdienste etc. Durch die dramatischen Veränderungen der finanziellen Situation im Jahr 2002 musste die Tagungsstätte umorganisiert werden. Somit wurde die Schließung abgewendet. Zum Jahresende 2016 schließt das evangelische Tagungszentrum.

Vom 1. Januar bis 6. März 2017 werden alle Zimmer im alten und neuen Schloss komplett saniert.
Ebenso wird die Küche an die aktuellen Erfordernisse angepasst
Neuer Eigentümer ist der Architekt und Generalunternehmer Kai Flender, der mit Schloss Tiengen bereits eine Schlossanlage sein Eigen nennt. Betreiber des Hotels mit Restaurant und Tagungsräumen ist Christian Herzog, der in Bad Säckingen das Ringhotel Goldener Knopf betreibt.